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«Zwischenzückerli», wie die künstlerische
Co-Leiterin Lilian Naef sagt, bietet das «Theater
Marie» zum zweiten Mal Geschichtenkuriere an,
die literarische Lesungen in die gute Stube oder an
den Küchentisch bringen.
Literatur
im Übergwändli
Im
Vorfeld des Aarauer Kulturfests 2003 rückten
die Kuriere zum ersten Mal aus. Im roten «Übergwändli»
auf dem Velo belieferten sie die interessierte Kundschaft
im Aargau mit Literatur und Theater. Damals hatten
alle vier Schauspieler (in leicht anderer Besetzung)
dasselbe Programm im Angebot, diesmal haben Thimna
Fink, Lilian Naef, Simon Chen und
Kurt Grünenfelder eigene Nummern zusammengestellt.
Simon
Chens Programm heisst BethlehemAarau. Als einziger
trägt er unter dem gleichlautenden Titel eine
«selbstgemachte» Geschichte vor. Darin
wundern sich Ochs und Esel aus dem berühmten
Stall in Bethlehem, wohin sich die Weihnacht seit
deren Premiere entwickelt hat. Daneben liest Chen
Texte von Kabarettisten wie Loriot oder Gerhard Polt
und auch Politisches aus der Feder von Bertolt Brecht.
Kurt
Grünenfelder kapriziert sich auf die eher schrägen
Seiten der Weihnachtsliteratur und liest Texte des
Dadaisten H. C. Artmann oder von Paul Auster. «Von
Single Bells über verlorene Brieftaschen zu Weihnachten
im August» heisst sein Zugang zum Frohen Fest.
Lilian Naef liest zwar auch keine klassische Weihnachtsgeschichte,
doch bei der satirisch-märchenhaften Erzählung
«Nutzgeflügel» der rumänischen
Autorin Ana Blandiana kann besinnliche Stimmung aufkommen.
Es
darf geschenkt werden
Thimna
Fink
schliesslich widmet sich dem weihnächtlichen
«Über-Thema» Schenken, doch auch
sie wird mit einer humorvollen Interpretation und
Texten von Erich Kästner oder O. Henry der Weihnacht
neue Facetten abgewinnen. Was das Publikum von den
Geschichtenkurieren allerdings nicht erwarten darf,
ist eine Theatervorstellung. Das Theater Marie will
bewusst nah an einer «klassischen Lesung»,
gewissermassen einer winterlichen Erzählsituation
vor dem Kaminfeuer, bleiben. Dass sie aber szenische
Improvisationen in ihr Programm aufnehmen, sei nicht
ausgeschlossen, sagen sie schmunzelnd.
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