| Hugo
von Hofmannsthal schrieb 1903 die antike Tragödie
Elektra von Sophokles in einen Kammerkrimi nach den
neusten medizinischen Erkenntnissen um. Im Zentrum steht
die Psyche der Frau, deren Gleichgewicht im anbrechenden
Zeitalter der Emanzipation Experten akut gefährdet
schien. Elektra und ihre Mutter Klytämnestra tragen
Symptome der Hysterie, wie Hofmannsthal sie aus den
Fallgeschichten von Sigmund Freud und Josef Breuer kannte.
Wir
transportieren dieses ziemlich reaktionäre Stück
in die Gegenwart, in eine Villa an der nächst
gelegenen Goldküste. Die Tochter des Hauses rebelliert
gegen das Regime ihrer Mutter. Sie kann nicht vergessen,
was Vater geschah. Elektra sinnt auf Rache.
|